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Donnerstag, 15. August 2019 12:10

 

Schwedens Natispielerinnen streiken!

43 schwedische Nationalspielerinnen haben gestern mit einem offenen Brief dem schwedischen Verband eröffnet, dass sie in den Ausstand treten und nicht in das Trainingslager einrücken, welches heute begonnen hätte. Sie fordern Verbesserungen ihres Status und jenes des Fraueneishockey allgemein in der Wahrnehmung der Verbandsspitze.

Noch 2006 holten die "Tre Kronor" in Turin sensationell Olympiasilber und ein Jahr später Bronze an der WM. Seither blieben Medaillen für die stolze Hockeynation bei den "Seniors" aus, qualifizieren für Medaillenspiele konnte sich Schweden dennoch. Letztmal 2014 beim historischen Rencontre mit der Schweiz.

Doch danach ging es personell und leistungsmässig nach unten, was die geneigten LeserInnen doch zu erstaunen vermochte. Auf der einen Seite steht die SDHL, die wohl beste Liga für Frauen ausserhalb Nordamerikas, Grosserfolge bei den Juniorinnen und ein stattliches Nationalkader mit viel Tiefe, Talent und Wasserverdrängung. Auf der anderen Seite aber auch fehlende Wertschätzung, offenbar nicht harmonisierende Personalentscheide und Leistungsdruck, den das System auferlegte.

Dies führte insbesondere bei den angesprochenen Nationalspielerinnen zu wachsender Frustration und Verzweiflung. Die kumulative Spitze der Entwicklung erreichte das Team in Pyeongchang, als sie sich mit dem 7. Platz begnügen mussten und dadurch die Fördergelder des olympischen Verbandes verloren. Und ein Jahr später, im vergangenen Frühling, dann dieser unerwartete Abstieg aus der Top Division. Erstmalig überhaupt in der Geschichte.

Dass diese sportliche Misere nun das Fass zum überlaufen gebracht hat ist angesichts der laufenden Genderdebatte naheliegend. Die Spielerinnen wollen denn auch, dass sie "gleicher gestellt" werden als bislang, Förderung erfahren und mehr noch, ein klares Bekenntnis seitens des Verbandes für den Frauensport. "Für das was wir so sehr lieben..." so die Spielerinnen.

Ob, nach dem ersten ähnlichen Fall 2017 in den USA, als deren Nationalteam kurz vor der WM in den Ausstand trat, es dieses Mal für die Schwedinnen aufgeht wird sich weisen. Sportlich hat die USA damals brilliert, den WM-Titel geholt. Das ist auch bei den Schwedinnen möglich, aber "nur" mehr in der Division IA...

Signiert ist der Brief mit dem Hashtag #FörFramtiden , "für die Zukunft". Würde sich nichts verändern, so die Spielerinnen, bliebe der schwedische Roster inskünftig leer.

Der weitere Verlauf der Debatte darf wohl mit Spannung erwartet werden.

Mehr Infos - aus Schwedisch - gibt es hier: Link.