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Dienstag, 21. Januar 2020 19:35

 

Schweiz wird undankbare 4.

Die Schweiz wird an den Youth Olympic Games undankbare 4. Ein engagiertes Schlussdrittel reichte nicht, um den 1:2 Rückstand aus dem Mittelabschnitt zu korrigieren. So bleiben beide teilnehmende Teams der Jungs und der Girls leider ohne Medaille.

Das erste Drittel begann denkbar schlecht für die Schweizerinnen. Schon in der 2. Minute kassierten die Schweizerinnen nacheinander 2 Strafen und mussten sich mit 3 gegen 5 wehren. Doch die Eisgenossinnen überstanden diese Phase unbeschadet. Das Spiel blieb danach eher in slowakischer Hand, jedoch auch mit Ausrufezeichen bei den Einheimischen.

Im Mitteldrittel übernahm die Schweiz dann sogleich den Lead und setzte die Slowakinnen unter Druck. Nina Harjus Treffer in der 19. Minute war der verdiente Lohn für die Bemühungen. Ihr Schuss von der blauen Linie war für die slowakische Torhüterin nicht zu sehen.
Doch die Antwort kam auch von der gegnerischen Seite und die Osteuropäerinnen kamen wieder besser ins Spiel. In der 26. Minute gipfelte dies im Ausgleich als Hudakova am weiten Pfosten den Rebound versenken konnte. Keine Schweizerin war in dem Moment bei ihr. Doch es kam noch schlimmer aus Sicht der Hausherrinnen. Alessia Bächler verbüsste eine Strafe als die Slowakin Janekova zum vierten Mal hintereinander von der blauen Linie abzog. Und damit Margaux Favre im Tor der Schweizerinnen schlug. So stand es nach 27 Minuten plötzlich 2:1 für die Gäste.

Das letzte Drittel gehörte dann eigentlich nur noch den Schweizerinnen. Sie rannten an und versuchten mit ihrer läuferischen Überlegenheit die Löcher in der slowakischen Abwehr aufzutun. Bei einem Konter hatte Jana Peter nach einem Querpass von Jade Surdez die Möglichkeit zum Ausgleich, traf aber den Puck nicht optimal. Es war nur eine der vielen Chancen, welche nicht zum Erfolg genutzt werden konnten. Und so zerrann die Zeit gegen die Eisgenossinnen und kurz vor Schluss wurde Favre durch eine 6. Feldspielerin ersetzt. Doch auch diese Druckphase überstanden die Osteuropäerinnen unbeschadet so dass sie sich am Ende in die Arme fallen konnten.    

Für die Hausherrinnen ein brutaler Schlag, aber leider sportliche Realität. Die Slowakinnen zeigten über das ganze Spiel mehr Biss und Wille, den allerletzten Meter noch zu gehen, wogegen bei der Schweiz die Bemühungen unbelohnt blieben. Zudem machten sich die beiden verletzungsbedingten Ausfälle von Captain Alina Marti und Elena Gaberell doch auch noch bemerkbar als sie am Nötigsten gebraucht wurden.

So ist Sport. Und doch gibt es Positives zu vermerken. Die Spiele in Lausanne sind ein Gassenfeger. Die 4 Partien der Schweizerinnen zogen insgesamt 18'500 Zuschauerinnen und Zuschauer an. Ein Wahnsinn, was in der Vaudoise Arena abgegangen ist. Die meisten Spielerinnen werden in ihrer Karriere zusammengezählt wohl nie vor so vielen Leuten gespielt haben. Das Fraueneishockey wurde am Genferseebogen wahrgenommen und die live gestreamten Spiele erreichten gar auch andere Kontinente.

Trotz der grossen Enttäuschung werden die Spielerinnen bald realisieren, was sie überhaupt für ihre Sportart erreicht haben. Und dass die Schweiz noch viel Arbeit vor sich hat. Denn die anderen Länder wie Schweden oder Japan, aber auch Tschechien hatten hier sehr gut ausgebildete Spielerinnen am Start, welche auch im physischen Bereich bereits einen beachtlichen Stand haben.  

Slowakei - Schweiz 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)

Vaudoise Arena / Lausanne – 1'500 Zuschauer, Schiedsrichterinnen: Kolchina, Neenan (Kurashova, Wheeler).

Tore: 19. Harju (Surdez) 0:1. 26. (25:28) Hudakova (Dobiasova, Kapicakova) 1:1. 27. (26:51) Janekova (Hudakova; Ausschluss Bächler) 2:1. 

Strafen: 4 x 1.5 Min gegen die Schweiz und 5 x 1.5 Min. gegen die Slowakei.

Schweiz: Favre; Poletti, Harju; Aymon, Bächler; Kozuh, Schmid, Lendi; Surdez, Büchi, Peter; Bigler, Kehl, Schmidt.

Bemerkungen: Schweiz ohne Häner (Ersatz), Alina Marti und Gaberell (beide verletzt).