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Donnerstag, 12. April 2012 07:41

 

Revanche für Zürich geglückt!

Nach dem kräftezehrenden „Kampf ums Überleben“ am Vortag gegen Schweden mussten die Schweizerinnen nur 24 Stunden nach der letzten Sirene in der Cairns Arena gleich im Viertelfinale ran.
Und wie ein Jahr zuvor in Zürich hiess der Gegner Russland und das machte die Affiche doch delikat. Vor einem Jahr versanken die Schweizerinnen nach der bitteren 4:5-Niederlage nach Verlängerung im Tal der Tränen. War die Zeit für die Revanche reif?

Die Russinnen welche sich bewusst auf dieses entscheidende Spiel vorbereiteten und die Kräfte schonten konnten bereits in der 3. Minute durch Burina in Führung gehen. Die Schweizer Verteidigung befand sich noch etwas in der Startphase und verlor die Russin aus dem Blick welche einen der wenigen Abpraller bei der einmal mehr souveränen Schelling verwertete.

Dies war dann aber auch der Weckruf für die Eisgenossinnen welche trotz der Belastung vom Vortag munter Schlittschuh liefen und so die träge wirkenden Russinnen vor Probleme stellten. Diese führten zu einigen Powerplaychancen für die Schweizerinnen. Eine dieser nutzte Stefanie Marty, welche wunderschön frei stand und von Angela Frautschi bedient wurde. Der Ausgleich brachte die Einsicht zurück dass der Gegner wirklich zu packen war. Vor allem Youngster Phoebe Staenz tat sich in den ersten 20 Minuten hervor und rannte eins ums andere Mal den Gegnerinnen davon. So auch wenige Sekunden vor Schluss im Boxplay als sie eine Scheibe ersprintete welche die russische Keeperin zu klären versuchte. Sofort lupfte Staenz den Puck über die schockierte Prugova und der Puck kullerte fast in Zeitlupentempo über die Linie.
So hatte sich die russische Mannschaft das Spiel wohl nicht vorgestellt.

Gepumpt durch diese Führung und mit einer Schelling im Rücken welche auch bei allen Alleingängen eiskalt abwehrte machten sich die Schweizerinnen auf, ein weiteres Märchen zu schreiben. Nur wenige Minuten waren wieder gespielt als Nicole Bullo hinter dem russischen Tor kreuzte und den Puck zurück in den Slot legte. Julia Marty (4. Tor im 4. Spiel!) rannte an und versenkte eiskalt. 3:1 stand es und manch einer rieb sich die Augen im Stadion der University of Vermont. Das konnte Burnia zumindest teilweise wieder richten als sie einen schönen Angriff über Gavrilova zum 2:3 verwerten konnte.
Evelina Raselli jedoch machte den Abstand wieder auf Zwei als sie nur 3 Minuten später im Powerplay einen Rebound versenkte. Und schliesslich war es Captain Kathrin Lehmann welche einen Gegenstoss zum schönsten Tor des Abends lancierte. Sie kreuzte durch die Mitte und zog einen Pass auf die rechts frei laufende Darcia Leimgruber an. Die Russinnen richteten sich bereits zur Abwehr ein als Lehmann die ebenfalls freilaufende Stefanie Marty auf der linken Seite bediente. Marty schlenzte den Puck ins Kreuz und stellte das Skore auf 5:2! Damit waren die Russinnen gar noch gut bedient, traf zuvor Martina Steck einmal nur die Latte und ging Leimgrubers Alleingang nur knapp am Tor vorbei.

3 Tore Vorsprung gegen Russland. Das kannte man aus der Erfahrung ein Jahr zuvor. Dieses Jahr war man gewarnt und wusste, wie mit dem nun zu erwartenden Druck umzugehen war. Und so sahen die zahlreich aus der Schweiz nachgereisten Fans eines der wohl besten defensiv soliden Drittel der Schweizerinnen der letzten Jahre.
Trotz müder werdender Beine hielten sie die Russinnen von der Anzeigetafel fern und hatten selbst die Entscheidung mehrere Male noch auf dem Stock.
So rann den Russinnen immer mehr die Zeit weg und die Schweizerinnen konnten den Vorsprung sicher über die Zeit retten.
Was ihnen ein Jahr zuvor verwehrt blieb, durften sie nun bejubeln: den Halbfinaleinzug und damit die sichere Egalisierung des bisher besten Ergebnisses ever.

„Wow, cool, super! Ein riesiges Kompliment an das ganze Team. Wie wir innert zwei Tagen Schweden und jetzt auch noch Russland geschlagen haben und jetzt gegen die USA rennen dürfen, das verdient Respekt und Hochachtung“ so ein gelöst wirkender Headcoach René Kammerer nach dem Spiel. „Doch jetzt warten nochmals zwei harte Spiele auf uns, also gehen wir weiter vorwärts!“ so Kammerer bevor er zum nächsten Interview musste.

Die Schweiz trifft am Freitag, 13. April (!!!) um 19:00 Uhr auf Weltmeister USA.   

Telegramm: Link
Russland - Schweiz 2:5 (1:2; 1:3; 0:0)
Gutterson Field House, Burlington (USA), 11.4.2012, 15.00 Uhr / 1340 Zuschauer

Tore: 3. Burina (Dyupina; Dyubanok) 1:0; 17. S. Marty (Frautschi, J. Marty; Ausschlüsse Sergina, Burina) 1:1; 20. (19:34) Staenz (Ausschluss Michielin!) 1:2; 23. J. Marty (Bullo, Leimgruber) 1:3; 28. Burina (Gavrilova, Dyubanok) 2:3; 30. Raselli (S. Benz, Frautschi; Ausschluss Dyubanok) 2:4; 38. S. Marty (Lehmann) 2:5

Strafen: 10 x 2 Min. gegen Russland, 8 x 2 Min. gegen die Schweiz

Aufstellung Schweiz: Schelling (Anthamatten); S. Benz; Bullo; Fischer; Forster; Frautschi; Lehmann; Leimgruber; J. Marty; S. Marty; Michielin; Nabholz; Raselli; Staenz; Steck; Stiefel; Thalmann; Vuille-dit-Bille; M. Waidacher; N. Waidacher; Zollinger

Bemerkungen: Schweiz ohne Slongo (überzählig).